{"id":126,"date":"2022-01-31T16:02:47","date_gmt":"2022-01-31T16:02:47","guid":{"rendered":"https:\/\/educocktail.at\/?page_id=126"},"modified":"2022-01-31T16:02:48","modified_gmt":"2022-01-31T16:02:48","slug":"spicy-lesson","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/educocktail.at\/?page_id=126","title":{"rendered":"Spicy Lesson"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00fcrzig, pikant bzw. attraktiv den Unterricht zu gestalten, ist ein Anspruch sowohl im Pr\u00e4senzunterricht als auch im digitalen Lern- und Lehrprozess. Benjamin Bloom hat ein Grundger\u00fcst des Lernens aufgestellt. Er differenziert zwischen dem kognitiven, affektiven und psychomotorischen Bereich, wobei in diesem Blogbeitrag n\u00e4her auf die kognitiven Lernprozesse eingegangen wird. Die folgende Darstellung zeigt das Ordnungssystem von Bloom, das die Formulierung der Lernergebnisse verdeutlichen soll.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lampe-blooms-taxonomy-verbs-1280-1024x784-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-127\" width=\"454\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lampe-blooms-taxonomy-verbs-1280-1024x784-1.png 1024w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lampe-blooms-taxonomy-verbs-1280-1024x784-1-300x230.png 300w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lampe-blooms-taxonomy-verbs-1280-1024x784-1-768x588.png 768w\" sizes=\"(max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.fractuslearning.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blooms-taxonomy-verbs.png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildquelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"kognitive-lernzieltaxonomie\">Kognitive Lernzieltaxonomie<\/h2>\n\n\n\n<p>Die kognitive Lernzieltaxonomie kann als Ausbildungsweg vom Einfachen zum Schwierigen bezeichnet werden. Durch aufbauende und einander bedingende Lernstufen kann Wissen vertiefend erworben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anderson und Krathwohl (2001) haben diese Gedanken noch klarer definiert, indem sie die kognitiven Prozesse in Kategorien eingeteilt haben. Damit ist die Grundlage f\u00fcr die Bestimmung und Reflexion von Lern- bzw. Lehrszenarien gegeben. Speziell in digitalen Unterrichtsarrangements ist es notwendig, einen motivierten Gliederungsrahmen der Lerninhalte zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lernzieltaxonomien-1024x809-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-128\" width=\"603\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lernzieltaxonomien-1024x809-1.png 1024w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lernzieltaxonomien-1024x809-1-300x237.png 300w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Lernzieltaxonomien-1024x809-1-768x607.png 768w\" sizes=\"(max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/ep.elan-ev.de\/images\/5\/52\/Lernzieltaxonomien.png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildquelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gleichsam einer Vereinbarung zwischen Lernenden und Lehrenden, bietet dieser Raster der fachlichen Lernziele die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Orientierung bei der Unterrichtsplanung, der Unterrichtsgestaltung und dem didaktischen Design. Er gew\u00e4hrleistet damit h\u00f6chstm\u00f6gliche Transparenz und, speziell bei der Beurteilung, Fairness. Anderson und Krathwohl nutzen f\u00fcr die Beschreibung der kognitiven Prozesse bewusst Verben, um zu verdeutlichen, dass der Lernende zum Handeln aufgefordert ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Taxonomie-Tabelle-Donau-Uni.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-129\" width=\"629\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Taxonomie-Tabelle-Donau-Uni.png 858w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Taxonomie-Tabelle-Donau-Uni-300x65.png 300w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Taxonomie-Tabelle-Donau-Uni-768x166.png 768w\" sizes=\"(max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/imb.donau-uni.ac.at\/etutorials\/index.php5?title=Datei:Taxonomie_Anderson%26Krathwohl_(2001).png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildquelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sowohl im Pr\u00e4senzunterricht als auch bei E-Learning Arrangements geht es letztlich um die Herausforderung, dass Lernende Kompetenzen durch selbstgesteuertes Lernen erwerben. Die oben angef\u00fchrte Tabelle hilft einerseits den Lehrenden, die intendierten Lernergebnisse zu verorten und andererseits den Lernenden als Selbstkontrolle, ob das Lernergebnis erreicht wurde. Die Wissensdimension ist eine optimale Erg\u00e4nzung der kognitiven Prozesse. Dieser Raster kann f\u00fcr alle Fachgebiete angewendet werden, wobei zugleich ein hoher Abstraktionsgrad gew\u00e4hrleistet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlungskompetenz von Lehrenden ist gefordert, die Lernziele als S\u00e4tze zu definieren, indem sie f\u00fcr ein Thema den kognitiven Prozess festlegen. Dieser Zuordnung entsprechend kann das Lernziel im passenden Feld der oben angef\u00fchrten Tabelle verortet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"konstruktivismus\">Konstruktivismus<\/h2>\n\n\n\n<p>Gehen wir noch einen Schritt weiter und stellen uns die Frage, welchen Zusammenhang es zwischen kognitiven Lernprozessen und der konstruktivistischen Didaktik gibt?<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht des Konstruktivismus ist Lernen ein sozialer, individueller und zugleich aktiver Prozess, wobei auch Emotionen, Selbstorganisation und die Situation einbezogen geh\u00f6ren. Dann l\u00e4uft Lernen als konstruktiver Prozess ab, wobei an bereits bekannten Wissensstrukturen angekn\u00fcpft wird. Werden die Dimensionen der kognitiven Prozesse mit den Dimensionen des Wissens stringent verkn\u00fcpft, k\u00f6nnen Lehrende die eigenverantwortlichen Lernprozesse begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>So zeigt sich, dass die kognitive Lernzieltaxonomie inhaltlich eng mit der konstruktivistischen Didaktik korreliert. Die Lernprozesse sind wachstumsorientiert, lernendenzentriert, partizipativ, konstruktiv, systemisch und an Handlungen objektiviert ausgerichtet. Den Lernenden wird eine optimierte Lernumgebung f\u00fcr ein intrinsisch motiviertes Lernergebnis geboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Rolf Arnold (2014) bringt im Zusammenspiel zwischen Konstruktivismus und kognitiver Lernzieltaxonomie den Begriff der Erm\u00f6glichungsdidaktik ins Spiel. Selbstgesteuertes und eigenst\u00e4ndiges Lernen der Lernenden stehen im Mittelpunkt, wobei die Lehrenden die Rahmenbedingungen schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit tritt die Erzeugungsdidaktik in den Hintergrund, bei der die Lehrenden von au\u00dfen Lernziele definieren und Inhalte vermitteln \u2013 gleichsam einen Trichter, mit dem Wissen zugef\u00fchrt wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Nuernberger-Trichter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-130\" width=\"401\" height=\"604\" srcset=\"https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Nuernberger-Trichter.jpg 546w, https:\/\/educocktail.at\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Nuernberger-Trichter-199x300.jpg 199w\" sizes=\"(max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/lernraum.qualifizierung.com\/?tag=nuernberger-trichter\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildquelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die kognitive Lernzieltaxonomie bietet somit ein Grundger\u00fcst f\u00fcr eine ansprechende Wissensvermittlung \u2013 sodass die Lernenden sagen k\u00f6nnen, dass sie eine \u201espicy lesson\u201c haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundschober, I. (2021).&nbsp;<em>Lernergebnisse und Blooms Taxonomie<\/em>. Abgerufen am 08.03.2021 von&nbsp;<a href=\"https:\/\/isabellgru.eu\/index.php\/2018\/01\/02\/lernergebnisse-und-blooms-taxonomie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lernergebnisse und Blooms Taxonomie | Isabell Goes Edu-Tech (isabellgru.eu)<\/a><br><br>Glamayer, C. (o.J.).&nbsp;<em>Typen und Stufen von Lernzielen<\/em>. Abgerufen am 08.03.2021 von&nbsp;<a href=\"https:\/\/dbs-lin.ruhr-uni-bochum.de\/lehreladen\/planung-durchfuehrung-kompetenzorientierter-lehre\/lehr-und-lernziele\/typen-und-stufen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Typen und Stufen von Lernzielen \u00ab Lehre laden (ruhr-uni-bochum.de)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Suart, T. (2017).&nbsp;<em>When your objective is to write learning objectives<\/em>. Abgerufen am 02.01.2021 von&nbsp;<a href=\"https:\/\/meds.queensu.ca\/ugme-blog\/archives\/3295\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">When your objective is to write learning objectives\u2026 \u2013 Undergraduate School of Medicine Blog (queensu.ca)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Universit\u00e4t Kassel (o.J.).&nbsp;<em>Lernziele.&nbsp;<\/em>Abgerufen am 03.01.2021 von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/einrichtungen\/fileadmin\/datas\/einrichtungen\/scl\/LLukas\/Lernziele.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lernziele (uni-kassel.de)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Reich, K. (2005).&nbsp;<em>Konstruktivistische Didaktik.<\/em>&nbsp;Abgerufen am 03.01.2021 von&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.uni-koeln.de\/hf\/konstrukt\/reich_works\/aufsatze\/reich_48.pdf\" target=\"_blank\">Lernen als Prozess (uni-koeln.de)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Stangl, W. (o.J.). Die&nbsp;<em>konstruktivistischen Lerntheorien.<\/em>&nbsp;Abgerufen am 03.01.2021 von&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/arbeitsblaetter.stangl-taller.at\/LERNEN\/LerntheorienKonstruktive.shtml\" target=\"_blank\">Arbeitsbl\u00e4tter<\/a><br><br>Baumgartner, P. (2014).&nbsp;<em>Taxonomie von Unterrichtsmethoden: ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr didaktische Vielfalt<\/em>&nbsp;(2. aktualisierte und korrigierte Auflage). M\u00fcnster: Waxmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Rosenberger, D. (2018).&nbsp;<em>Lehrlingsausbildung 4.0<\/em>. Austria: myMorawa.<\/p>\n\n\n\n<p>Arnold, R. (2014).\u00a0<em>Bausteine der Erwachsenendidakti<\/em>k. Studienbrief eb 0120. TU Kaiserlautern: Kaiserlautern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend gibt es auch ein Lernvideo dazu<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zTJutE_wzBY\" target=\"_blank\">Lernvideo<\/a>: 4:48 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu gibt es zwei entspannende Zeichentrickfilme \u201eInside Out\u201c und \u201eToy Story\u201c, die spielerisch die Taxonomie veranschaulichen.<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EButQxFW9Qo\" target=\"_blank\">Toy Story:<\/a>&nbsp;&nbsp;3:19 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=G40ANGIDGcw\" target=\"_blank\">Inside Out:&nbsp;<\/a>4:26 Minuten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fcrzig, pikant bzw. attraktiv den Unterricht zu gestalten, ist ein Anspruch sowohl im Pr\u00e4senzunterricht als auch im digitalen Lern- und Lehrprozess. 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